Arca de Esperancas, Therapiezentrum und Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Tegucigalpa, Honduras

In Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, werden überdurchschnittlich viele Kinder mit schwersten Behinderungen geboren. Meistens ist Sauerstoffmangel während der Geburt die Ursache für geistige und körperliche Behinderungen.

Im Jahre 2001 wurde „Arca de Esperanzas“ gegründet, die „Arche der Hoffnungen“, wo Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Behinderungen therapiert werden. Besonderer Wert wird auf die Förderung der Sinneswahrnehmung gelegt. Dazu kommen sie einmal wöchentlich mit ihren Eltern zum Therapiezentrum. Die Eltern sind in diese Arbeit mit eingebunden und lernen dabei, ihren Kindern an den anderen Tagen selbst zu helfen. Den Bau des Therapiezentrums finanzierte die Kindernothilfe e.V..

Das Therapiezentrum finanziert sich durch eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, die sich in den Arbeitsfeldern Aktenvernichtung und Recycling betätigt. Dazu wird zum einen Plastik gesammelt und aufbereitet. Zum Anderen arbeitet die Werkstatt aber auch mit den örtlichen Firmen, Anwälten und Behörden zusammen. Sie bietet einen mobilen Aktenvernichtungsdienst an, der auf einem LKW direkt beim Kunden durchgeführt wird. Die Erwachsenen mit leichteren Behinderungsformen können diese Aufgaben übernehmen, verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt und sorgen gleichzeitig für die finanzielle Sicherheit des Therapiezentrums. Einen derartigen Service gab es in Tegucigalpa vorher nicht, so dass es eine hohe Anfrage durch die Kunden in der Hauptstadt von Honduras gibt. Durch diese zwei Bereiche der Arca de Esperanzas wird der Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe erfüllt. Die laufenden Kosten und kleinere Anschaffungen können durch die Arca selbst übernommen werden.
Durch den Erfolg der Arbeit und mit professioneller Begleitung durch einen Unternehmensberater will sich die Arca nun vergrößern. Ein neues Grundstück konnte bereits gekauft werden und der Bau des neuen Gebäudes ist im Gange.

Maßnahmen des Nangina e.V. in den vergangenen Jahren

Im August 2013 wurde durch den Nangina e.V. ein Reißwolf für den LKW finanziert, der es der Arca de Esperancas ermöglicht, dezentral Akten zu vernichten. Durch diese Maßnahme wurde eine große Einnahmequelle für die Werkstatt für Menschen mit Behinderung geschaffen.

Im Jahr 2014 förderte der Nangina den Ausbau des Therapie- und Betreuungsbereichs der Arca und den Bau des Werkstattgebäudes mit 43.622,96 €. Seitdem können weitere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Werkstatt arbeiten und schwerpunktmäßig im Bereich des Recyclings von Papier neue Ware herstellen, die sie zum Verkauf anbieten.

Im September 2016 wurde eine Reise der beiden Leiterinnen des Therapiezentrums nach Deutschland finanziert. Da es nur in Deutschland ein ausgereiftes System von Werkstätten für Menschen mit Behinderung gibt, wollen sie sich vor Ort weiterbilden und ihre Erkenntnisse auf die Arbeit in Honduras übertragen.

Um die Erweiterung des Projekts zu ermöglichen finanzierte Nangina 2017 mit 60. 000 € die Anzahlung für das neu gekaufte Grundstück in einer sichereren Gegend. Die weiteren Kosten kann die Arca mit den Einnahmen aus der Recyclingwerkstatt abbezahlen.

2018 wird gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) der Bau des ersten Gebäudes finanziert und durchgeführt. Der Nangina e. V. beteiligt sich dabei mit einem Anteil von 16.650 € und wird durch das BMZ mit 49.987,50 € ergänzt.

Besuche von Nanginesen oder Gegenbesuche von Projektpartnern

März-April 2018: Besuch von Peter Warlimont im Rahmen des Senior Expert Service (SES)

März-April 2017: Besuch von Peter Warlimont im Rahmen des Senior Expert Service (SES)

September 2016: Besuch von Lorena Castillo und Karen Chévez aus Tegucigalpa in Deutschland

März-April 2016: Besuch von Peter Warlimont im Rahmen des Senior Expert Service (SES)

März-April 2015: Besuch von Peter Warlimont im Rahmen des SES

März-April 2014: Besuch von Peter Warlimont im Rahmen des SES

März-April 2013: Besuch von Peter Warlimont im Rahmen des SES

Aktuelle Entwicklungen

Durch die Gefahr der Maras, einer honduranischen Jugendbande, die unter anderem dafür sorgt, dass Honduras die höchste Mordrate der Welt hat, musste die Arca de Esperanzas ihren aktuellen Standort im Stadtzentrum verlassen und auf ein neues Gebäude etwas außerhalb der Stadt ausweichen. Geeignetes Land wurde bereits gekauft, der Neubau begonnen und der Umzug ist in Planung.

Im Rahmen des Umzugs wird die Arca des Esperanzas erweitert. Der Werkstattbereich kann weiter ausgebaut werden, da sich die Arbeit im Recyclingsektor als erfolgreich erwiesen hat. Weiterhin ist eine Versorgung älterer Menschen mit Behinderung in Planung, da für diese Menschen bisher keine Einrichtung existiert und sie nicht immer von Familienangehörigen versorgt werden können.

Für weitere Informationen:
„Arca de Esperanzas“ auf Facebook