Die Schulgebühren sind für Schüler der St. Daniel Comboni Polytechnic School in Ngong, Nairobi. Diese ist eine Berufsschule, in der junge Männer im Rahmen eines Internataufenthaltes verschiedene Ausbildungen absolvieren können. Sie können einen kombinierten Abschluss als Maurer und Klempner erwerben, Elektriker oder Schreiner werden. Die Schule wurde im Jahr 2018 eröffnet. Derzeit werden 23 Schüler dort beschult.

Praktische Ausbildung für Elektriker.

Die Schule hat ihren Ursprung in dem Straßenkinderprojekt Napenda Kuishi. Inmitten des Slums Korogocho umfasst dieses Projekt ein Rehabilitationszentrum für Kinder, die oft in Drogenabhängigkeit und Kriminalität geraten sind. Auf der großen Müllhalde suchen sie nach brauchbaren Materialien, mit denen sie das Nötigste zum Überleben finanzieren können. Alle diese Straßenkinder haben Gewalt erfahren und wurden oft auch sexuell missbraucht. Viele finden in dem ambulanten Angebot in der Nähe ihres Zuhauses die Hilfe, die sie benötigen.

Ehemalige Straßenkinder führen eine Akrobatikshow auf.

Jugendliche mit besonders schwierigen Lebenssituationen bekommen die Möglichkeit, für ein Jahr stationär in einem Rehabilitationszentrum in Kibiko etwas außerhalb von Nairobi zu leben. Kibiko liegt in der Nähe von Ngong, einem reichen Viertel Nairobis und rundherum ist es grün. Die Jugendlichen bleiben die ersten vier Monate ausschließlich auf dem Gelände, damit sie nicht getrieben von der Sucht in alte Muster verfallen. Sie werden psychotherapeutisch begleitet, erhalten Sportangebote und arbeiten auf dem Feld sowie in der Küche. Jugendliche, die die Kapazität haben, noch einen Schulabschluss zu absolvieren, können auch Unterricht erhalten. Alle Aktivitäten haben das Ziel, das Selbstwertgefühl der Jungen zu stärken und ihnen Stück für Stück zu ermöglichen, dass sie wieder lernen, Vertrauen in sich selbst und ihre Mitmenschen aufzubauen. Die Therapie findet in enger Zusammenarbeit mit den Familien statt, da häufig die häuslichen Probleme wie Gewalt, Missbrauch oder extreme Vernachlässigung die Ursache für das Weglaufen waren. Viele der Jugendlichen haben ihre Eltern verloren und werden von den anderen Verwandten als Belastung angesehen. Eine Versöhnungsarbeit ist unumgänglich, um eine gelungene Rückführung in die Familien oder zu Verwandten auf dem Land zu erreichen.

Eine Werkhalle der neu gebauten Berufsschule.

Damit die Jugendlichen eine Perspektive haben, später ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten zu können, benötigen sie eine Berufsausbildung. Diese soll die St. Daniel Comboni Berufsschule bieten. Sie liegt direkt neben dem Rehazentrum, so dass die Jungen ihre Zukunftschancen gleichsam vor Augen haben. Auch in dem Berufsschulinternat werden sie eng begleitet und lernen Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Nachbarn sind auf die Schule aufmerksam geworden und bieten ihnen Aufträge an. So können die Jungen an realen Beispielen lernen, wie man beispielsweise eine Mauer verputzt.

Maßnahmen des Nangina e.V. in den vergangenen Jahren

Der Nangina e.V. hat im Jahr 2018 einen Betrag von 10 000 € für die Schulgebühren des ersten Jahrgangs der ehemaligen Straßenkinder überwiesen.

Um den Aufbau der Schule zu fördern, überweist Nangina derzeit jährlich 10 000 € an die Schule. Die ersten Schüler konnten bereits ihren Abschluss erreichen.

Besuche von Nanginesen oder Gegenbesuche von Projektpartnern

Juli 2019: Erster Besuch von Katharina Stritzke, Vorstandsmitglied des Nangina e.V.

Aktuelle Entwicklungen

Die Schule befindet sich noch im Aufbau. Derzeit ist ein Container mit verschiedenen Maschinen und Werkzeugen für die Schreinereiwerkstatt in Nairobi beim Zoll. Mit etwas Glück wird er noch im Juli vom Zoll freigegeben. Mit besseren Maschinen können mehr Werkstücke produziert werden, die zugunsten der Schule verkauft werden.

In Zukunft soll die Schule auch für Mädchen geöffnet werden, die dann aber nicht im Internatsbereich schlafen, und für weitere interessierte Schüler, die die Schulgebühren aufbringen können. So kann die Schule mehr und mehr auf eigenen Beinen stehen.

Unsere Beiträge für dieses Projekt: